DIE ROMANOVS – GEKRÖNTE HÄUPTER

In der Stadt Salzburg und in unserer Gemeinde wurde eine Fotoausstellung zum Gedenken des hundertsten Jahrestages der Ermordung der Zarenfamilie veranstaltet

Im Juli 2018 war der hundertste Jahrestag der Ermordung der Zarenfamilie in Jekaterinburg. Zu diesem Anlass wurden die Geschehnisse jener Nacht zum Hauptthema in diversen Medien sowohl in Russland als auch außerhalb. Unsere Gemeinde hat die Zarenfamilie geehrt, indem wir eine Fotoausstellung organisiert haben, welche dem Leben und dem Märtyrertod der Familienmitglieder gewidmet war.

Die Ausstellung verlief in mehreren Etappen: Zuerst wurden die Fotos im Generalkonsulat der Russischen Föderation in der Stadt Salzburg ausgestellt, dann im Russlandzentrum der Universität in der Stadt Salzburg und anschließend bei uns in der Kirchengemeinde. Die Eröffnung der Ausstellung fand im Generalkonsulat der Russischen Föderation am 8. November statt. Im Rahmen der Eröffnung wurden verschiedene Vorträge abgehalten. Das Programm wurde sehr harmonisch durch Musikstücke auf dem Fortepiano, der Geige und der russischen siebenseitigen Gitarre ergänzt.  Unter den Gästen des Abends waren Diplomaten, Professoren der Universität, Mitarbeiter verschiedener offizieller Einrichtungen der Stadt sowie unsere Gemeindemitglieder. Da die Besucher zum Teil deutschsprachig waren, wurden die Vorträge sowohl auf Russisch als auch auf Deutsch abgehalten.

Bei der Erstellung des Eröffnungsprogramms haben wir uns als Ziel gesetzt, durch die Vorträge darzustellen, warum für uns, orthodoxe Christen, die Zarenfamilie als ein Vorbild christlicher Liebe, hoher Moralität sowie unbegrenzten Mutes gilt. Wir wollten näherbringen, warum die schrecklichen Geschehnisse im Ipatjev Haus so eine tiefe Spur in der Seele des russischen Volkes hinterlassen hatten, sowie erklären, aufgrund welcher Kriterien die Familie heiliggesprochen wurde, als auch welche Bedeutung dies für uns heute hat. Dabei wollten wir ein objektives Bild der Epoche und der Begebenheiten präsentieren, aber auch gleichzeitig das Leben der Zarenfamilie im Licht des christlichen Glaubens zeigen.

Aus den Vorträgen und Fotos haben viele Gäste zum ersten Mal über das Alltagsleben und die wunderschönen Beziehungen innerhalb der Zarenfamilie erfahren. Dabei wurden Erinnerungen von Zeitgenossen (Engvertrauten und Bediensteten) vorgelesen, welche über die Atmosphäre der christlichen Liebe innerhalb der Familie berichtet hatten. Aus den Briefen der Zarin an ihren geliebten Mann konnte man erahnen, welche große und tiefe Liebe Alexandra Fjodorowna und Nikolaus II seit ihrer Jugend gepflegt und bis zu ihrem Tod erhalten hatten. Die Tagebuchaufzeichnungen der Prinzessinnen haben über die Heldentaten der Zarin und ihrer Töchter in den Lazaretten während des Ersten Weltkrieges berichtet. Und natürlich gab es viele Informationen aus den offiziellen Quellen über die Periode der sogenannten Russischen „Golgatha“ – der Zeit während des Arrests und gleichzeitig der Weg zu den Höhen des Heiligtums.

Es war für uns sehr schön zu erleben, dass so gut wie alle Gäste am Ende des Abends gerührt waren und tatsächlich dieses wunderbare Licht verspürten, welches die Mitglieder der Zarenfamilie während des Lebens ausgestrahlt hatten und auch heute noch durch ihre Briefe, Fotos und Tagebuchaufzeichnungen weiter ausstrahlen.

Als eine Person, welche in die Organisation der Ausstellung unmittelbar involviert war, möchte ich noch hinzufügen, dass diese Veranstaltung für unsere Gemeinde lange vor der offiziellen Eröffnung begonnen hatte. Vor uns standen vielerlei Aufgaben beginnend von der Zustellung der Fotos aus Deutschland über die Suche nach den Räumlichkeiten bis zur Gestaltung der Einladungen und der thematischen Organisation des Abends. Dabei standen wir vor mehreren Schwierigkeiten und manchmal erschien es, dass die Veranstaltung in dem Format, in dem sie angedacht war, nicht stattfinden kann.

Doch mich persönlich hat immer das Gefühl begleitet, dass besonders in den schwierigsten Momenten sowohl die heiligen Märtyrer als auch der liebe Gott selbst uns begleitet und unaufhörlich unterstützt hatten. Deswegen möchte ich so sehr glauben, dass auch jetzt, einige Wochen nach der Veranstaltung, die Gäste und Besucher der Ausstellung nicht nur durch das Vorbild der heiligen Zarenfamilie inspiriert wurden, sondern heute noch dieses besondere Licht spüren und weitergeben.

Anschließend möchten wir uns bei allen Personen bedanken, welche einen besonders großen Beitrag zur Organisation dieser Veranstaltung geleistet hatten:

Generalkonsul der Russischen Föderation in der Stadt Salzburg, Sergej Michailowitsch Moguta

Leiterin des Russlandzentrums an der Universität Salzburg, Fr. Dr. Ursula Bieber

Mitarbeiterin des Russlandzentrums an der Universität Salzburg, Fr. Zoe Neumaier

Wir bedanken uns auch herzlichst bei den Vortragenden und Musikkünstlern:

Alexej Sedakov (Thema des Vortrags: “Historischer Hintergrund der Epoche”)

Oleg Schäfer  (Thema des Vortrags: „Die Zarenfamilie – Lebensbeschreibung und Eckdaten“)

Olga Sokolova (Thema des Vortrags: „Das Leben der Zarenfamilie während des Arrests in Tobolsk und Jekaterinburg“)

Victoria Altendorfer (Thema des Vortrags: „Die Zarenfamilie als Vorbild der Liebe“)

Erzprister Georgij Harlov (Thema des Vortrags: „Heiligsprechung der Zarenfamilie: Kriterien des Heiligtums “

Alexander Borowkov (Geige, T.G. Albinoni, „Adagio“)

Juriy Kamanin (Russische siebenseitige Gitarre, P. Bulachow, „Erwecke keine Erinnerungen“)

Anna Borowkowa (Geige, G.P. Telemann, „Largo und Allegro“)

Alexander Harlov (Fortepiano, A. Dvorak, „Romantische Stücke“)

Maria Borowkowa (Geige, A. Dvorak, «Romantische Stücke“)

 

Victoria Altendorfer

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